Rück- und Ausblick 2017/2018

2017 war ein sehr arbeitsreiches und wegweisendes Jahr, das immer wieder mit neuen Herausforderungen, Aufgaben und unerwarteten Entscheiden über uns hereingebrochen ist.

Sparwut: Garanto ist 2017 auch über die Verwaltung hinaus durch verschiedenste Geschäfte sehr stark in Anspruch genommen worden und wird es weiterhin bleiben: besonders durch weitere Sparbemühungen des Bundes, die trotz erneut positiv ausgefallenem Bundeshausalt weitergeführt oder gar verschärft werden.

Dennoch ist auf Ende Jahr dank unaufhörlichem Lobbying bei unseren Politikern angekommen, dass das Personal doch etwas für die geleistete Arbeit braucht: sie konnten sich immerhin überwinden, wenigstens den (bescheidenen) Teuerungsausgleich zu gewähren.

EZV-Projekte: Von Projekten kann man da kaum mehr sprechen, denn aus anderer Sicht betrachtet ist die ganze Verwaltung nur noch ein Projekt oder wie man dies auch immer nennen möchte. Leider vereinfacht dieser Umstand die Arbeit von Garanto in keiner Weise. So müssen wir unaufhörlich dafür kämpfen, dass wir nötige Informationen über geplante Schritte frühzeitig erhalten. Gute sozialpartnerschaftliche Gespräche können aber nur stattfinden, wenn der Sozialpartner während der Ausarbeitung einbezogen wird und nicht erst nach den Entscheiden, so dass wir erst intervenieren können, wenn die Geschäfte schon lange am Laufen sind.

Auch deshalb wird dann die Hilfe von Garanto gesucht. Erschreckend ist aber, dass uns aus Angst vor noch mehr Arbeitsdruck, Versetzung, Stellenverlust von unseren Mitgliedern selbst immer wieder die Hände gebunden werden durch die eindringliche Aufforderung, ja nicht bei der Obrigkeit vorzusprechen. Da müssen wir uns fragen: Wo sind wir gelandet sind und wo soll das noch hinführen?

Personalbeurteilungen: Ein leidiges wiederkehrendes Problem sind die Personalbeurteilungen, auch aus dem eben erwähnten Grund. Hier stellt sich für mich die Frage, wie lange es noch geht, bis die EZV dazu steht, dass sie intern mit Quoten arbeitet, der Beurteilende die Beurteilung bei der Obrigkeit überprüfen lassen muss und gegeben falls zu korrigieren hat? Das nennt man dann noch „faire Beurteilung“, an die viele Angestellten aber schon lange nicht mehr glauben.

Es ist aber auch zu erwähnen, dass es trotz allen Widrigkeiten einige gute Gespräche und gute Mitarbeit in Projekten und bei Neuerungen gegeben hat. Den beteiligten Parteien kann ich nur danken, dass man auch mal konstruktive Wege beschritten hat und dies auch weiterhin zu versuchen gedenkt.

Neuerungen bei Garanto: Auch intern war 2017 ein bewegtes Jahr, und ich konnte die meisten unserer sieben Sektionen an ihren Generalversammlungen besuchen und so manches interessante Gespräch führen oder mitverfolgen. Ebenso konnten die Kontakte zu anderen Organisationen im In- und Ausland weiter ausgebaut werden. Eines der wichtigsten Geschäfte war sicher die erste Delegiertenversammlung von Garanto am 19. Mai 2017, die mit einiger Prominenz (Bundesrat Maurer, OZD-Führung und weitere Gäste) erfolgreich abgehalten wurde.

Ausblick 2018: Die Zukunft wird uns sicher nicht weniger in Anspruch nehmen und herausfordern. Wir werden unablässig weiterkämpfen, dass Garanto noch stärker wird und inner- wie ausserhalb der Verwaltung als verlässlicher, starker Partner dasteht. Es wird aber auch viel Energie und Zeit von unseren Vorständen und Mitgliedern brauchen, damit wir die vielen Projekte und Änderungen in gutem, sozialverträglichem Mass über die Runden bringen.

Ich bin überzeugt, dass damit am Schluss nicht nur die Verwaltung, sondern alle Mitarbeitenden bei Zoll und GWK profitieren können. Nicht weniger von Bedeutung ist dabei, dass das einzelne Mitglied von Garanto in seiner Sektion für starken Rückhalt sorgen kann und dadurch unsere Arbeit und die Sozialpartnerschaft stärkt. Ich freue mich, auf ein herausforderndes Jahr mit dem Zentralvorstand und den Sektionsvorständen sowie dem Zentralsekretariat, die mich und uns alle immer wieder mit ihren nicht immer selbstverständlichen Arbeiten unterstützen.

Ich schliesse mit einem Zitat, das in diesen Zeiten der Veränderungen passt:

„Wir übten mit aller Macht. Aber immer, wenn wir begannen, zusammengeschweisst zu werden, wurden wir umorganisiert. Ich habe später gelernt, dass wir oft versuchen, neuen Verhältnissen durch Umorganisierung zu begegnen. Es ist eine phantastische Methode: Sie erzeugt die Illusion des Fortschritts, wobei sie gleichzeitig Verwirrung schafft, die Effektivität mindert und demoralisierend wirkt.“ Caius Petronius, römischer Offizier in Köln (ca. 100 n. Chr.)

Roland Liebi, Zentralpräsident

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Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto